Aus der Region

Das Birnbachloch in Leogang

Ein Kraftort mit Geschichte...

Erstellt am 24. Juni 2019
Aus der Region

Wussten Sie eigentlich schon, dass es in Leogang tatsächlich einen Gletscher gibt, den man in den Sommermonaten jederzeit ganz ohne Aufstiegshilfen besuchen kann? Nein? Dann sollten Sie unbedingt während Ihres nächsten Urlaubs an der wöchentlichen Hauswanderung mit Chef Friedl teilnehmen. Tatsächlich ist der Birnbachloch Gletscher in den Leoganger Steinbergen nämlich der tiefstgelegene Gletscher Mitteleuropas. 

Dieser Gletscher hat sogar eine bedeutende Geschichte: im 19. Jahrhundert, also noch lange vor dem Einzug moderner Kühlgeräte, wurde das Eis für die Kühlkeller der Münchner Bierbrauereien in Leogang gewonnen. Bis zu 100 Arbeiter waren hier beschäftigt, die Eisblöcke aus dem Gletscher zu sprengen. Mit lautem Getöse wurde das Eis dann über so genannte Eisrutschen aus Holz ins Tal transportiert und von dort mittels Pferdefuhrwerk und Eisenbahn nach München geliefert. 

Doch zurück zur Hauswanderung: obwohl, oder vielleicht gerade weil das Naturdenkmal Birnbachloch zu den persönlichen Kraftorten von Chef Friedl zählt, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Riederalm Gäste einmal wöchentlich genau dahin zu begleiten. Die Wanderung selbst beginnt im Leoganger Ullachtal und führt vorerst durch ein Wald- und Wiesenstück bevor es dann durch etwas felsigeres Gelände Richtung Birnbachloch geht. Es handelt sich hier auf jeden Fall um eine  Familienwanderung, trotzdem bekommt man einen tollen Eindruck von der alpinen Landschaft der Steinberge und man sollte darauf achten, entsprechendes Schuhwerk zu tragen.

 

Das Birnbachloch liegt auf 1291 Meter und empfängt die Besucher mit einer ca. 20 Meter breiten "Eingangshalle" - hier entspringt auch der Birnbach. Diese Quelle fließt in allen Jahreszeiten und soll einem unterirdischen See entspringen. Eine Sage erzählt, dass dieser See nicht zu ergründen ist. Auf das Hineinwerfen von Steinen soll als dumpfer Ruf aus der Tiefe erklungen sein "Gründst du mi, so schlünd i di" - was soviel heißt wie "versuch mich zu ergründen und ich werde dicher verschlingen"...

Diese, und noch viel mehr Geschichten und Anekdoten weiß Friedl den interessierten großen und kleinen Wanderern zu erzählen. Manchmal - mit viel Glück - bekommt man auch eine Gams zu sehen, das ist schon etwas ganz Besonderes! Und am Ende des ca. einstündigen Aufstiegs wird man mit erfrischendem Wasser direkt aus der Birnbachquelle belohnt. Bei Ihrer Rückkehr werden Sie bestimmt verstehen, warum das Birnbachloch ein Kraftplatz sein kann... 


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